Presbyterium

Unsere Kirchengemeinde steht in den kommenden Jahren vor wichtigen Entscheidungen, sowohl mit Blick auf die Struktur als auch mit Blick auf Gebäude. Hintergrund sind die seit Jahren rückläufigen Kirchenmitgliedszahlen, die in unserer Gemeinde aktuell bei etwa vier Prozent pro Jahr liegen. Damit verbunden sind sinkende finanzielle Mittel sowie eine deutliche Reduzierung der zugewiesenen Pfarrstellen. Im Stadtgebiet Leverkusen dürfen bis zum Jahr 2030 insgesamt nur noch sieben Pfarrstellen besetzt werden; auf unsere Gemeinde entfällt dabei maximal eine volle Stelle.

Mögliche Fusion mit der Gemeinde Dhünn-Wupper-Rhein

Vor diesem Hintergrund hat das Presbyterium verschiedene Formen der Zusammenarbeit mit benachbarten Kirchengemeinden geprüft. Ein möglicher Zusammenschluss mit der Gemeinde Dhünn-Wupper-Rhein wird dabei als die beste Option gesehen, die es ermöglicht, Ressourcen zu bündeln, Synergieeffekte zu nutzen und das Gemeindeleben zukunftsfähig zu gestalten. Auf Basis dieser Überlegungen wurde von beiden Gemeinden eine Absichtserklärung für eine Fusion beschlossen. Angedacht ist ein Zusammenschluss zum 1. Januar 2028. Dieser Zeitpunkt bietet sich an, weil hier ein neuer Doppelhaushalt beginnt und zudem die nächsten Presbyteriumswahlen im Frühjahr 2028 anstehen, die dann bereits für die neue Gesamtgemeinde gelten würden. Zudem bleibt hinreichend Zeit für notwendige Abstimmungen mit kirchlichen Stellen sowie für organisatorische und inhaltliche Fragen, etwa zur Namensgebung.

Im Presbyterium wurden Chancen und Risiken dieses Weges intensiv diskutiert. Zu den Chancen zählen unter anderem personelle Perspektiven, etwa die Möglichkeit gemeinsamer Stellenbesetzungen, z.B. auch im kirchenmusikalischen Bereich. Gleichzeitig werden natürlich auch die Sorgen vor Veränderungen, einem möglichen Verlust von Identität sowie von gewachsenen Traditionen gesehen und ernstgenommen. Insgesamt werden die Chancen jedoch höher bewertet, um auch künftig ein lebendiges Gemeindeleben zu ermöglichen – mit besonderem Blick auf die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden.

Konzentration auf die Christuskirche

Parallel dazu befasst sich das Presbyterium schon seit geraumer Zeit intensiv mit der zukünftigen Nutzung der gemeindeeigenen Gebäude. Als besonders herausfordernd erweist sich der Zustand des Matthäus-Gemeindehauses. Dies ist stark sanierungsbedürftig, verursacht hohe laufende Kosten und ist zudem nicht mehr optimal ausgelastet durch gemeindeeigene Aktivitäten. Die Christuskirche befindet sich hingegen in einem guten baulichen Zustand; im zurückliegenden Jahrzehnt wurden dort große Sanierungsmaßnahmen getätigt.

Um auf ein kleiner werdendes Gemeindeleben angemessen reagieren zu können, wurden in den letzten zwei Jahren etliche Optionen geprüft. Derzeit konzentrieren sich die Überlegungen auf eine Bündelung der Gemeindeaktivitäten in der Christuskirche. Vorgesehen ist dazu, unterhalb der Emporen mehrere flexibel nutzbare Gruppenräume einzurichten [siehe Modellbilder unten]. Dieser Anpassung des Innenraums wird sowohl parallele Gruppenangebote als auch weiterhin große Veranstaltungen in der Kirche ermöglichen. Zu diesem Konzept fanden bereits diverse Gespräche mit einem Architekten, einem Raumakustiker, der Landeskirche und dem Denkmalschutz statt. Viele Detailfragen sind noch zu klären, eine abschließende Entscheidung soll aber noch in diesem Jahr getroffen werden.

Das bedeutet, dass das Matthäus-Gemeindehaus aller Voraussicht nach in 2027 seine Pforten schließen wird und sich die Gemeindearbeit fortan an der Christuskirche konzentrieren wird. Wir wissen, dass diese Entscheidung etlichen in der Seele wehtun wird.  Seien Sie versichert: Diese Entscheidung fällt dem Presbyterium auch nicht leicht. Jedoch stellt sich unsere Gemeinde mit diesen Überlegungen und Plänen den aktuellen Herausforderungen. Und wir würden uns wünschen, dass viele diesen Prozess mit positiven Gedanken und Gebeten begleiten. Denn das oberste Ziel all dieser Überlegungen ist, dass wir nicht handlungsunfähig werden, sondern auch in Zukunft vielen Menschen hier vor Ort Raum für Glauben, christliche Gemeinschaft und gesellschaftliches Engagement bieten.

 

Für das Presbyterium

Dr. Angela Lockhoff

Vorsitzende des Presbyteriums